Niklas Richter

Fläminggehen in Jüterbog, Deutsche Straßenmeisterschaften in Gleina und DLV-Fair-Play-Camp

Aufgrund der kurzen Abstände der Veranstaltungen, mangelnder Zeit und einer Schulfahrt nach England habe ich mich dazu entschieden zu allen Ereignissen einen größeren Bericht zu schreiben. Ich werde bei den kommenden Wettkämpfen allerdings wieder umschwenken und einzelne Berichte schreiben.

Am Samstag, den 4.10.14 ging es zum Fläminggehen in die Skate-Arena nach Jüterbog. Dieses Jahr feierte das Fläminggehen 10-jähriges Jubiläum. Leider hatte ich erst 2 Wochen vor dem Wettkampf wieder angefangen zu trainieren, da ich mehrere Wochen aufgrund einer hartnäckigen Infektion, welche ich sogar mit Antibiotika behandeln musste, überhaupt kein Training absolvieren konnte. Ich wollte das erste Mal überhaupt 10km in einem Wettkampf gehen. Die Gelegenheit war eigentlich gar nicht so schlecht, ich hatte 2 Wochen wieder trainiert und konnte nun einfach mal einen lockeren Trainingswettkampf absolvieren. Ich nahm mir als Ziel die 50:00 Minuten Marke zu knacken, das bedeutet also eine Rundenzeit von 2:30 Minuten pro Runde, da in der Skate-Arena 500m Runden absolviert werden. Ich wollte mich jedoch auch nicht überanstrengen, schließlich sollte es ein lockerer Wettkampf werden, welcher auch „Spaß“ machen sollte. Bei warmem und sonnigem Wetter erfolgte der Startschuss. Ich ging die ersten 5 Kilometer immer sehr konstante Rundenzeiten, sodass meine Zwischenzeit 25:07 Minuten betrug. Bis dato fühlte ich mich sehr locker und spürte noch keine wirkliche Anstrengung. Die folgenden Runden und Kilometer spulte ich ebenso konstant wie die ersten 10 Runden ab. Nach einem sehr schönen Wettkampf überquerte ich nach 50:11 Minuten die Ziellinie. Ich bekam keine Verwarnung durch einen Gehrichter, ebenso bin ich sehr froh, dass ich meine persönliche Zielstellung nur sehr knapp verpasst habe, obwohl ich noch nicht meine komplette Leistung abgerufen habe. Ich freue mich nun auf meinen nächsten 10km Wettkampf (welcher vermutlich nächstes Jahr in Poděbrady oder Lugano sein wird), da ich dann hoffentlich einmal sehen kann zu welchen Zeiten ich aktuell fähig bin. Es sei kurz angemerkt, dass ich 44:45 Minuten auf 10km gehen müsste, um mich für die U18-WM nächstes Jahr zu qualifizieren. Von solch einer Leistung bin ich zwar noch weit entfernt, die Teilnahme scheint auch sehr unrealistisch, allerdings sehe ich meine Chance bei der U18-EM im Jahr 2016. Dort werde ich im älteren U18 Jahrgang sein, das bedeutet, dass ich ein Jahr mehr Zeit als der jüngere U18 Jahrgang habe um die Norm zu schaffen. Dieses Problem habe ich nämlich aktuell, dass ich im kommenden Jahr das erste Jahr U18 sein werde, allerdings dann auch nur ein halbes Jahr Zeit habe, um die Norm zu erfüllen. Der ältere Jahrgang wird dann ein ganzes Jahr mehr Zeit dafür haben.

Hier findet ihr die offiziellen Ergebnisse:
https://www.strassenlauf.org/va_ergebnisse.php?id=280&match=-1

Bereits eine Woche später ging es am 11.10. nach Gleina zu den Deutschen Straßenmeisterschaften, wo ich wieder einmal im Rahmenprogramm starten wollte. Mittlerweile konnte ich eine weitere Woche durchtrainieren, sodass ich langsam wieder am Aufbauen der Form war. Ich wollte über die 3km Distanz starten, also 3 Runden auf der 1km Runde. Ich ging ohne eine wirkliche Zielstellung an den Wettkampf heran, ich wollte einfach alles geben und schauen was herauskommt. Die Wetterbedingungen waren erneut sehr schön und ließen auf gute Ergebnisse hoffen. Ich ging direkt nach dem Startschuss an die Spitze des Feldes und führte es an. Ich konzentrierte mich auf alles was ich im Training immer übe: Schrittfrequenz, Schrittlänge, Oberkörperhaltung, Kopfhaltung. Ich spürte allerdings schon nach der ersten Runde, dass ich verkrampfe und nicht mehr rund ging. An dieser Stelle machte sich die längere Trainingspause bemerkbar, so habe ich nun auch die Erfahrung gemacht, was eine kurze Pause bereits bewirken kann. Die folgenden beiden Runden liefen nicht mehr gut, die Endzeit betrug am Ende 14:52 Minuten, was im ersten Moment nach dem Zieleinlauf für mich einen Totalausfall bedeutete, eine inakzeptable Leistung. Ich ging davon aus, dass ich trotz der Umstände zu einer deutlich besseren Leistung imstande gewesen wäre. Wenn ich nun die Leistung in der Relation zum fehlenden Training sehe, finde ich es gut, dass ich nun auch diese Erfahrung gemacht habe und beim nächsten Mal mir andere Zielstellungen setzen muss. So erspare ich mir auch selber den Druck, den ich mir im Wettkampf selber mache. Allerdings hatte ich noch einmal die Gelegenheit zu zeigen, dass das Training bis dato nicht ganz ohne Grund gewesen ist. Gemeinsam mit Julia Richter und Robert Zurek nahmen wir noch an der abschließenden 3×1 Kilometer Staffel teil. Julia und Robert legten mit starken Zeiten vor, sodass mich Robert mit einem riesigen Vorsprung auf den letzten Kilometer schickte. Dort ließ ich alles heraus und ging eine abschließende 4:34min. Über den 1. Platz in der Staffelwertung und die gute 1km Zeit konnte ich mich dann doch noch freuen. Es sei noch gesagt, dass mein Teamkamerad Nils Brembach seine erste “50“ überhaupt absolvierte und in einer sehr starken Endzeit Deutscher Meister wurde. Wirklich eine sehr starke Leistung, das würdigt auch der DLV: aktuell kann man noch für Nils bei der Wahl zum Ass des Monats Oktober abstimmen: http://www.leichtathletik.de/news/news/detail/wer-ist-ihr-ass-des-monats-oktober/ Die folgenden Wochen konnte ich dann aber erst einmal völlig regenerieren und dann die folgenden Wochen wieder voll ins Training einsteigen. Der nächste Wettkampf folgt schließlich erst am 15.11. in Erfurt. Vor diesem Wettkampf fand allerdings noch ein weiteres Ereignis statt, von welchem ich im folgenden Absatz berichten möchte.

Hier findet ihr die offiziellen Ergebnisse:
http://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/14D00000005102/1546.htm

Seit der neuesten Kaderperiode befinde ich mich im ersten deutschen Bundeskader, dem D/C Kader. Davor befand ich mich im Landeskader D, nun im Bundeskader. Dass ich es im ersten Jahr auf Anhieb in den Bundeskader geschafft habe, macht mich schon ein wenig stolz. Immerhin ist es auch so, dass der Kaderstatus natürlich auch ein gewisses sportliches Statussymbol ist. Durch meine Kaderberufung in den D/C Kader erhielt ich auch eine Einladung für das DLV-Fair-Play-Camp, welches vom 17.10.-21.10. in Kienbaum stattfinden sollte. Eingeladen waren sämtliche D/C Kaderatleten der Leichtathletik aus den Jahrgängen 98/99. Wir hatten die Ehre in Kienbaum 1 wohnen zu dürfen, das ist sonst nur den Spitzenathleten vorbehalten. Das bedeutet das immer 2 Personen ein Zimmer in einem Bungalow bewohnten. Jedes Zimmer hatte einen eigenen Fernseher und ein eigenes Bad samt Dusche, also sehr luxuriös eingerichtet. Ich wohnte mit einem gleichaltrigen Werfer aus Berlin zusammen auf einem Zimmer, wir verstanden uns auch sehr gut miteinander. Insgesamt waren wir ungefähr 70 Sportler, also eine etwas größere Gruppe mit vielen neuen Gesichtern. Außerdem waren mehrere Bundestrainer anwesend, welche das Training der einzelnen Trainingsgruppen leiteten. Am ersten Abend ging es in die Sporthalle wo wir uns mit kleinen Spielen genauer kennenlernten. In den folgenden Tagen wurden mehrere Trainingseinheiten absolviert, darunter spezielles Gehtraining mit meiner Trainerin, Krafttraining, Turnen, Schwimmen und ein Cooper-Test, in welchem ich mit 30 Metern, bzw. 10 Metern Rückstand die drittweiteste Strecke lief. An jedem Tag gab es auch Workshops, zum Beispiel gab es einen zum Thema „Dopingprävention“, einen zum Thema „Fair-Play“ und einen zu den U18 Weltmeisterschaften nächstes Jahr in Cali (Kolumbien). Es war ein schönes Camp, ich habe ebenso eine Menge neuer Sportler kennengelernt.

Hier findet ihr einen Artikel und eine kleine Auswahl an Bildern des DLV zum Camp: https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/nachwuchs-vielfaeltig-gefordert-im-fair-play-camp/

Hier findet ihr ein paar Impressionen der Wettkämpfe in Jüterbog und Gleina:

Bis bald

Niklas :)

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