Niklas Richter

U18-EM in Tiflis & U18-DM in Mönchengladbach

Einiges ist in der letzten Zeit passiert und nun ist es an der Zeit darüber zu berichten.

Am 10.7. fuhr ich um 16:00 Uhr zum Flughafen Tegel, um gemeinsam mit der U18-Nationalmannschaft zur erstmalig ausgetragenen U18-EM nach Tiflis, Georgien zu reisen. Die vergangenen 2 Wochen hatte ich mich intensiv im Bundesleistungszentrum in Kienbaum auf den Wettkampf vorbereitet und die letzten Grundlagen im Ausdauerbereich gelegt. Von Berlin ging es über München in die georgische Haupstadt Tiflis, wo wir um 3:30 Uhr in der Nacht ankamen. Bereits auf den Flughäfen in Deutschland und Georgien wurden wir mehrmals angesprochen und gefragt, wer wir sind und was wir machen. Da wir alle in Nationalmannschaftskleidung reisten, fielen wir natürlich auf. Es war eine sehr interessante Erfahrung auf solch eine Art im Mittelpunkt zu stehen und zu polarisieren. Per Bus wurden wir dann in unser Hotel gebracht, welches witzigerweise unmittelbar am Wettkampfstadion lag, vom Essenssaal und den meisten Zimmern aus konnte man den Wettbewerben zuschauen. Vor Ort trainierte ich jeden Tag einmal auf der blauen Bahn und konnte mich so gleich an die Wettkampfstätte und die äußeren Bedingungen gewöhnen, Temperaturen von bis zu 38°C im Schatten waren keine Seltenheit. Vor Ort hatten wir auch einen Dresscode zu befolgen, wenn man essen ging oder ins Stadion zum Zuschauen, war genau festgelegt, was man anzuziehen hat, da wir alle schließlich auch als Team Deutschland identifiziert werden wollten. Leider ging es schon am Mittwochmorgen mit den ersten Erkrankungen im deutschen Team los. Die ersten Athleten und Betreuer erkrankten an einem Magen-Darm-Infekt und waren z.T. nicht mal mehr in der Lage das Hotelzimmer zu verlassen. Am Mittwochabend besuchten wir dann die Eröffnungsfeier im Stadion, welche sehr schön inszeniert wurde. Am Donnerstagmorgen starteten nun die ersten Wettkämpfe, Julia ging am frühen Morgen beim 5000m Bahngehen an den Start. Sie absolvierte einen sehr guten und taktisch sinnvoll eingeteilten Wettkampf, am Ende belohnte sie sich mit dem 5. Platz und einer neuen persönlichen Bestzeit! Jeden Tag um 14:00 Uhr wurde eine Mannschaftssitzung abgehalten, in der die Ergebnisse der Morning Session und die der Afternoon Session des Vortages ausgewertet und refelektiert wurden. Bis zum Freitag lief meine Wettkampfvorbereitung optimal, ich fühlte mich sehr gut vorbereitet. Am Freitag kam es dann leider wie es kommen musste. Der Magen-Darm-Infekt erwischte auch mich mit voller Breitseite. Ausgelöst durch das Essen und die Lebensmittelhygiene steckten sich mindestens 25-30 Personen aus der deutschen Mannschaft an. Den Freitag über lag ich nur im Bett und versuchte irgendwie, schnellstmöglich wieder gesund zu werden. Die Nacht von Freitag auf Samstag schlief ich so gut wie überhaupt nicht, zudem verlor ich leider immer mehr Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Trotzdem wollte ich mich am Samstagmorgen an den Start über die 10.000m Distanz stellen, da ich es bis hierher geschafft hatte und nun auch das Nationaltrikot im Wettkampf tragen wollte. Die ersten Runden ging ich in einer guten Gruppe mit und das Tempo war auch zufriedenstellend. Nach ca. 2 Kilometern kam jedoch ein plötzlicher Leistungseinbruch und meine Rundenzeiten wurden immer langsamer, am Ende waren sie weitaus langsamer als ich im Training über eine lange Strecke gehe. Ich bekam Magenschmerzen, einen Krampf unter der Rippe und mein Körper fühlte sich schwach an. Nach 12 Runden war mir so schwindlig, dass ich nicht mehr in der Lage war, den Wettkampf weiter zu bestreiten. Ich war sehr traurig, dass mir nun ausgerechnet bei meinem absoluten Wettkampf-Highlight für dieses Jahr solch eine Krankheit widerfährt und jegliche Ziele unerreichbar machte. Am Sonntagabend besuchten wir noch für 1,5 Stunden die Abschlussfeier im 30min entfernten Athletendorf, bevor wir wieder zum Hotel zurückfuhren, die Koffer packten und um 1:30 Uhr in der Nacht zum Flughafen zurückfuhren. Sehr müde flogen wir mit 60min Verspätung um 4:30 Uhr mit der Lufthansa zurück nach München, wo wir uns sehr beeilen mussten, da der Anschlussflug nach Berlin nur 25min später abfliegen sollte und wir noch durch die Pass- und Sicherheitskontrolle mussten. Mit einem Dauerlauf durch den Münchener Flughafen erreichte ich als letzter das Flugzeug, wo bereits sämtliche Fluggäste im Flugzeug geduldig auf mich warteten. Alles in allem war es trotzdem eine schöne und interessante Erfahrung für mich, einmal mit einer Nationalmannschaft an einer internationalen Meisterschaft teilzunehmen.

Nach der Rückkehr aus Georgien trainierte ich zuerst etwas lockerer, um dem Körper auch die Möglichkeit zur Genesung zu geben. Jedoch wollte ich auch eine gute Form bei den bevorstehenden Deutschen Meisterschaften haben, so trainierte ich auch mit vollem Einsatz. Die DM-Vorbereitung lief sehr gut, die Trainingseinheiten ließen auf einen guten Wettkampf hoffen. Am Donnerstag den 28.7. fuhren wir dann mit mehreren Vereinsbussen nach Mönchengladbach, wo die Meisterschaften im Grenzlandstadion stattfinden sollten. Am Freitagnachmittag absolvierten wir noch einen lockeren Auftaktlauf, um die lange Autofahrt aus den Beinen herauszulaufen. Der Start war auf 10:00 Uhr festgelegt, d.h. 6:00 Uhr aufstehen und ein wenig Auftakttraining machen gehen. Um 8:15 Uhr errreichten wir das Stadion, wo wir uns das erste Mal die Wettkampfstätte ansehen konnten. Das Wetter war sehr durchwachsen, kurz vor dem Start regnete es noch wie aus Eimern. Um 10:00 Uhr war das Wetter dann aber zumindest so, dass es aufgehört hatte zu regnen. Meine Devise für den Wettkampf lautete schlichtweg: einen raushauen. So nennt es mein ehemaliger Trainer Volker immer sehr gerne, kurz und einfach zu verstehen. Nach dem Startschuss ging ich an die Spitze des Feldes und absolvierte den ersten Kilometer in 4:24min, das war auch in dem Bereich, in dem ich angehen wollte. Den zweiten Kilometer ging ich in 4:27min, was immer noch in Ordnung und auf Bestzeitkurs war. Die nachfolgenden 3 Kilometer ging ich im Schnitt in 4:26min was im Endeffekt eine Endzeit von 22:10,50min bedeutete. Ich bin überaus zufrieden, dass ich nun nach einer langen Durststrecke wieder gezeigt habe, zu was ich imstande bin zu gehen. Ich konnte meine bisherige Bestzeit um 8 Sekunden unterbieten, dazu habe ich mich in dem Wettkampf unglaublich locker gefühlt, was sich auch auf meine Technik positiv ausgewirkt hat. Ohne großartig nochmal am Ende alles aus dem Körper herauszuholen, weiß ich, dass eine Zeit unter 22min auf jeden Fall demnächst möglich ist. Nach dem Wettkampf durfte ich auch das erste Mal ein Liveinterview für leichtathletik.de geben, was eine schöne Erfahrung gewesen ist.

Glücklicherweise hat die Sommersaison nun doch noch ein versöhnliches Ende gefunden, nun habe ich 5 Wochen Saisonpause, bevor die Vorbereitung für die nächsten Wettkämpfe wieder losgehen wird. Im Herbst steht als Höhepunkt der 20km Wettkampf in Andernach an, wo ich mir auch einiges vornehmen werde.

Bis dahin,

Niklas :)

Hier findet ihr die Ergebnisse aus Mönchengladbach: http://www.dlv-xml.de/Storage/EventFiles/16L00000001005101/4943.pdf

Hier findet ihr eine Zusammenfassung in Form eines Videos meines Wettkampfes in Mönchengladbach: http://www.leichtathletik.de/tv/video-detail/video-detail/detail/niklas-richter-mit-hausrekord-vorne-weg/

Hier findet ihr ein paar Impressionen von der U18-EM und der U18-DM!

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